Ein Quereinsteiger an der Spitze des Pfarreirates

Der neue Präsident des Pfarreirates heisst Michael Baumeler-Fleischlin. Er ist 36 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Hochdorf, verheiratet mit Judith und Vater von Julian (3) und Chiara (1). Beruf: Jurist, tätig bei der SBB Hobbies: Familie, Singen, Badminton, Laufen.
Im Interview mit der Pfarreiblattredaktion spricht er über seine Motivation und über die Aufgaben des Rats in einer pfarrerlosen Zeit.


Michael Baumeler, Ehrenämter werden heute eher gemieden. Warum bist Du trotzdem Pfarreiratspräsident geworden?
Michael Baumeler: Ich möchte einerseits in der Kirche mitarbeiten, sie kreativ mitgestalten. Anderseits reizt es mich, eine Grup- pe zu führen. Der Pfarreirat hat übrigens lange gesucht, an der Gwärb 06 sogar Flugblätter verteilt. Eigentlich wollte ich das Amt bereits vor einem Jahr übernehmen, steckte aber damals mitten in einer Fortbildung.


Stimmt es, dass Du als Neumitglied gleich die Leitung des Pfarreirats übernimmst?
Ja, ich bin komplett neu in den Pfarreirat gekommen, aber ich kenne den Rat durch meine Mutter, die ihm schon lange angehört. Sie wollte nach meiner Wahl den Pfarreirat zunächst verlassen, ist aber dann doch geblieben. Ich finde es spannend, mit meiner Mutter in diesem Gremium zusammenzuarbeiten.


Walter Käppeli versuchte die Pfarreiratsmitglieder nach dem Lustprinzip zu motivieren. Wie wirst Du den Rat führen?
Es ist zu überlegen, ob man fixe Ämter einführen will. Eine Person wäre dann für die Kasse zuständig, eine andere für die Presse und so weiter. Anderseits gewinnt man die Leute eher für bestimmte Projekte als für eine dauernde Mitgliedschaft. So kann man Personen mit bestimmten Fähigkeiten gezielt einsetzen. Aber das steht eigentlich im Widerspruch zu den Statuten, die eine Wahl für vier Jahren vorsehen!


Welche Funktion hat der Pfarreirat überhaupt?
Der Pfarreirat ist das Beratungsgremium der Seelsorge. Die Statuten nennen als konkrete Aufgaben Weitergabe des Glaubens, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit, Förderung und Pflege der mitmenschlichen Beziehungen, Missions- und Entwicklungszusammenarbeit, die Ökumene, Zusammenarbeit mit anderen Pfarreiräten zur Planung der regio- nalen Seelsorgetätigkeit.


Hat der Pfarreirat diese Aufgaben bis jetzt wahrgenommen?
Ich denke schon. Aber der Pfarreirat ist in den letzten Jahren praktisch zur Eventfabrik geworden. Man hat Veranstaltungen wie den Suppentag organisiert, dafür weniger das Seelsorgeteam unterstützt oder versucht, Neues einzuführen. Ich möchte daher die Rolle des Pfarreirates neu definieren, auch im Hinblick auf die pfarrerlose Zeit, die wohl auf uns zukommt.


Ergeben sich aus einer Pfarrvakanz neue Möglichkeiten für den Pfarreirat?
Der Pfarreirat muss Kontinuität garantieren. Was gut ist, soll beibehalten werden, auch wenn es dafür zusätzliche Anstrengungen braucht. Den Leuten, die in dieser Zeit Führungsverantwortung in der Pfarrei haben, wollen wir unter die Arme greifen: mit konkreter Hilfe, aber auch mit Wissen. Anderseits bietet eine pfarrerlose Zeit die Chance, manches zu hinterfragen. Daraus kann sich Neues entwickeln. Ausserdem möchte ich den Kontakt und den Dialog mit den anderen kirchennahen Vereinen pflegen. Ganz konkret geht es darum, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Gremien der Pfarrei zu optimieren.


In der Kirche Schweiz ist zur Zeit eine starke Polarisierung zwischen Progressiven und Konservativen festzustellen. Wo stehst Du?
Ich wünsche mir, dass die Kirche eine Spur moderner und zeitgemässer wird, aber eben nur eine und nicht zwei oder drei. Es kann nicht darum gehen, alle Traditionen über Bord zu werfen.

André Stocker


 



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