In Memorian Kaplan Hans Erni (1928 - 2007)

Kaplan Hans Erni war seit meinem Pfarrantritt hier in Hochdorf einer meiner Wegbegleiter in der Pfarreiseelsorge. Er war ein verlässlicher Ratgeber und ein liebenswürdiger priesterlicher Mitbruder. In den letzten Wochen und Monaten wurde es immer ruhiger um ihn. Trotzdem hat er sich bis zum Schluss für die Belange der Pfarrei interessiert. Sie war auch Gegenstand unseres letzten gemeinsamen Gespräches. Still und ruhig hat er am 25. Mai diese Welt verlassen und durfte eingehen „in die Freude seines Herrn“. Ich möchte allen danken, die ihm freundschaftlich verbunden waren und ihn all die Jahre seines priesterlichen Wirkens in der Pfarrei St. Martin begleitet und unterstützt haben. Ein grosser Dank gebührt allen, die bei seinem Beerdigungsgottesdienst ihren Beitrag zur würdigen Gestaltung geleistet haben – und an Franz Gross für die Bereitschaft, den Nachruf zu verfassen. Bewahren wir Kaplan Hans Erni ein dankbares und ehrendes Andenken.


Pfarrer Josef Stübi

 

In Memorian Kaplan Hans Erni (1928 - 2007)
Im 25. Mai 2007 starb der Hochdorfer Kaplan Hans Erni im Alter von 79 Jahren. Sein Wirken hat in unserer Pfarrei reiche Spuren hinterlassen.
„Herr, sende Hirten in deine Herde“. So steht auf dem Primizbild von Hans Erni geschrieben. Er hat diesen Ruf verspürt, ist ihm zuversichtlich und treu gefolgt und hat im Dienste der Kirche segensreich gewirkt.
Das Elternhaus stand in Ruswil, wo er 1928 als zehntes Kind seiner Eltern Jakob und Babetta Erni-Albisser geboren wurde. Kindheit und Primarschulzeit verbrachte er in Ruswil, dann zog er ins Progymnasium nach Bero-münster. Es waren von den Wirren des Krieges geprägte, entbehrungsreiche Jahre. Von 1946 bis 1950 besuchte Hans das Gym-nasium und Lyzeum in Einsiedeln. Mit der Matura in der Tasche verliess er im Heiligen Jahr 1950 das Klosterdorf und begann sein Theologiestudium am Priester-seminar in Luzern, dann folgten Jahre in Solothurn. Die Verbundenheit mit den Kommilitonen des Studentenvereins war ihm wichtig, und die gesellige Runde am monatlichen Stamm liess „Perk“ nur ungern aus.
Am Peter-und-Paul-Tag 1955 wurde er in der damals 20jährigen, modernen St.-Karli-Kirche in Luzern zum Priester geweiht. Kurz danach, am 3. Juli, feierte er in seiner barocken, festlichen Heimatkirche Ruswil die Primiz. Die beiden Kirchen seines prie-sterlichen Anfangs widerspiegeln sinnbildlich Hans Ernis Offenheit gegenüber Neuem und die Verbundenheit mit Traditionen und Bestehendem.
Fünf Jahre sammelte er erste berufliche Erfahrungen als Vikar im solothurnischen Niedergösgen. 1960 bezog der damals 32 Jahre junge Hans Erni als Kaplan das Pfrundhaus zu St. Peter und Paul an der Hohenrainstrasse 1, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte. Seine Schwester Babette stand ihm von Anfang an treu und mit grossem Engagement zur Seite.
Für viele Jugendliche war er nun Ansprechperson und Berater in ihren Problemen, Fragen und Nöten. Kontakte knüpfte er bei verschiedensten Anlässen, die er mit der damaligen Jungmannschaft organisierte: Diavorträge, Krippenbaukurse, beim traditio-nellen Gabenschiessen im alten Pfarrsaal, bei Seifenkistenrennen und vor allem im „Lokal“, dem Spiel- und Diskutierraum in der Kaplanei. In der Jugendarbeit sah er sein Wirkungsfeld; das beweist auch die Teilnahme an vielen Sommerlagern der Schule Hochdorf. Hier trat er als Hausarzt und Seelsorger, als Tröster bei Heim-weh und als Torhüter bei Fussballturnieren auf. Seine Freude am Sport und der Wettkampftätigkeit hat er als Präses des KTV Audacia lange Jahre gezeigt und die verschiedenen Riegen begleitet. Ein Sturz beim Skifahren, es war in einem Winterlager in Carì in der Leventina, verunmöglichte das weitere aktive Sporttreiben. Die fast sechsjährige Genesungszeit hat ihn verändert, stiller gemacht. Mit viel Eifer und Sorgfalt betreute und unterwies Kaplan Hans Erni die grosse Mini-strantenschar der Pfarrei St. Martin. Feierliche Gottesdienste mit kleinen und grossen Altar-dienern, mit Kerzen und Rauch-fass lagen ihm am Herzen. Etwas mehr Zeit brauchte es, bis er die Bubendomäne des Ministrierens auch den Mädchen zugänglich machte.
Kaplan Erni diente unter drei Pfarrherren: Von 1960 bis 1970 war dies Pfarrer Josef Jost, dann folgte für 22 Jahre Pfarrer Franz Thali. Während der anschlies-senden, pfarrerlosen Zeit (rund anderthalb Jahre) wirkte Hans Erni als Pfarradministrator, bis ab 1994 Pfarrer Josef Stübi seine Dienste zu schätzen wusste. Jederzeit unterstützte Kaplan Erni mit seinem Wissen um Brauchtum und Tradition, seinen Kenntnissen der Pfarreigeschich-te und seinem Kunstverstand die wesentlichen Entscheide und Vorhaben der Pfarrei.
Ein Brauch lag ihm besonders am Herzen: der Samichlaus. Zu Beginn der Adventszeit verwandelte sich das Lokal im Erdgeschoss der Kaplanei in ein emsiges, duf-tendes Reich der Bischofsgestal-ten, Diener und Schmutzlis. Und Hans Ernis Augen leuchteten, wenn der prächtige Einzug des heiligen Nikolaus vom Herrenwald zur Kirche den Start zu den vielen Hausbesuchen gab. Es war sein grosses Verdienst, dass durch die Jungmannschaft und später den Samichlausverein dieser Brauch derartige Formen anneh-men durfte. Hier gehört es sich, dass Hans Ernis Schwester Babette dankbar erwähnt wird. Im Garten und Haushalt, beim Mithelfen im Lokal und beim Pflegen der Niko-laus-Utensilien war sie selbstverständlich zur Stelle. In den letzten Jahren fand sie Unterstützung durch ihre Schwester Lisbeth und andere stille Helferinnen und Helfer.
Das Haus an der Hohenrainstrasse 1 trägt am Türsturz die Zahl 1702. Es ist das Pfrundhaus zu St. Peter und Paul. Kein ande-rer Priester hat hier seit der Gründung dieser Pfrundstiftung anno 1457 länger den Kaplanendienst ausgeübt, als Hans Erni. 47 Jahre diente er der Pfarrei Hochdorf, begeisterte und formte Ge-nerationen junger Leute, betreute ältere und kranke Menschen und versah den kirchlichen Dienst bei Andachten und Prozessionen, bei Bittgängen, im Beichtstuhl und beim Zelebrieren von unzähligen Eucharistiefeiern. Während vieler Jahre unterrichtete er die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse und bereitete sie auf den Empfang des Firmsakraments vor.
In einem eindrücklichen, feier-lichen Gottesdienst nahmen am Mittwoch, 30. Mai, viele Mitbrüder und Pfarreiangehörige Abschied von Kaplan Erni. Im Priestergrab beim Friedhofkreuz hat er nun seine letzte Ruhestätte gefunden. Pfarrei und Kirchgemeinde Hochdorf sind dem verstorbenen Priester zu grossem Dank verpflichtet.
Franz Gross

 

 

 



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