Unbekanntes im Nachbarkanton

Auf der Bahnfahrt von Luzern nach Zürich fällt der Blick auf den ebenso imposanten wie ungewöhnlichen Kirchturm von Cham. War es dieser Turm, der die Bibelgruppe bewog, Cham mit seiner idyllischen Lage am Zugersee als Reiseziel zu wählen? Oder war es die Pfarrkirche mit ihrer Geschichte und dem unkonventionellen Friedhof? Oder gibt es gar Verbindendes zwischen der Hochdorfer Martinskirche und der Chamer Jakobuskirche?

Vom Bahnhof sind es nur ein paar Schritte zur Pfarrkirche von Cham. Angekommen im grossen, lichtdurchfluteten Innenraum wusste Dorfführer Bruno Birrer Erstaunliches über die Baugeschichte zu berichten und dass diese mit derjenigen  der Hochdorfer Kirche verknüpft ist. 1753 gab die Kirchgemeinde Cham dem damals allseits anerkannten Tiroler Baumeister Jakob Singer den Planungsauftrag für eine neue, grös-sere Pfarrkirche. Die Chamer konnten sich aber nicht für das vorliegende Projekt entscheiden. Zwischenzeitlich wünschte sich auch die Bevölkerung von Hochdorf eine geräumigere Kirche und wandte sich ebenfalls an Jakob Singer. Singer legte ihr die seit Jahren schubladisierten-Pläne von Cham vor. Die Hochdorfer – um einiges entschlussfreudiger – stimmten zu und legten 1758 den Grundstein. Jahre später kam Singer dann doch noch zu einem Auftrag in Cham. Dieses Bauwerk wurde 1796 eingeweiht. Der Turm aus dem 15. Jahrhundert konnte aus Platzgründen nicht wie üblich der Kirche angegliedert werden. Er steht über Eck, was dem Gesamtbild eine spezielle Note verleiht und der Kirche nicht die Ausrichtung von Ost nach West.

Der Friedhof neben der Kirche lädt mit seinen riesigen alten Bäumen zum Verweilen ein. In der Gestaltung der Grabmäler hat sich Cham etwas Besonderes einfallen lassen. Die Friedhofskommission sucht mit den Angehörigen verstorbener Mitbürger das Gespräch und ermuntert sie zur individuellen Gestaltung des Grabmales. In der Folge hat der Friedhof ein neues Gesicht bekommen: An Stelle stereotyper Grabsteine folgt man den Spuren vergangenen Lebens. Da serviert ein Kellner in Bronze elegant den Wein, da fällt Stoff in breiten Falten von der Nähmaschine einer Schneiderin, dort erhebt sich schwungvoll das Motorrad eines Töff-Fans, oder eine Baumkrone breitet sich über dem hölzernen Grabmal eines Försters aus.

Nach dem Kulturteil war Gemütlichkeit angesagt. Erdbeerkuchen und Kaffee in der „Süüdi" bildeten den gediegenen Rahmen. Über die Lorze, entlang der parkartig gestalteten Seeuferpromenade führte der Weg zurück zum Bahnhof. Wer hätte gedacht, dass ganz in der Nähe ein so schöner Ort zum Verweilen einlädt und entsprechend viel zu bieten hat? Ein Ausflug lohnt sich. Vielleicht, um herauszufinden, dass „unsere" Martinskirche, wie könnte es auch anders sein, Jakob Singers Meisterwerk ist!

Hildegard Halter

 

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