Sonntag, 20. Januar, 17.00 Uhr: Es klingt und singt in mir


 

Von Vicco von Bülow stammt der Sketch vom sprechenden Hund, der eigentlich gar nicht sprechen kann. Auch die Musik nimmt für sich in Anspruch, sprechen zu können. Und sie kann es tatsächlich, denn sie ist selbst eine Sprache. Zwar fehlt ihr die Eindeutigkeit der gesprochenen Sprache, dafür vermag sie in Ausdrucksbereiche vorzudringen, die dem Wort verschlossen bleiben.

Sprache und Musik verbinden sich im Konzert der OrgelPunkte Hochdorf vom 20. Januar 2013. Der Hitzkircher Organist Joseph Röösli und Pfarrer Roland Häfliger widmen sich rezitierend und improvisierend den Gedichten von Sr. Silja Walter.

Silja Walter, geboren 1919 in Rickenbach bei Olten, wuchs zusammen mit acht Geschwistern auf. Ihr neun Jahre jüngerer Bruder Otto F. Walter gehört zu den grossen Schweizer Autoren der Nachkriegszeit. 1933-1938 besuchte sie das Seminar in Menzingen. Sie studierte Literatur an der Universität Freiburg und arbeitete später in der katholischen Jugendbewegung. 1948 trat Silja Walter ins Kloster Fahr ein. Rückblickend sieht der Weg von der jung gefeierten Lyrikerin Silja Walter zur lebensweisen Schwester Hedwig wie eine schnurgerade Lebens-strasse aus. Doch als die 29-jährige ihrem 20-jährigen Bruder Otto F. Walter nach einer geglückten Lesung ihren Entschluss mitteilte, war es für ihn „ein ungeheurer Schock". Silja Walter lebte als Sr. Hedwig 63 Jahre im Benediktinerinnenkloster Fahr in Unterengstringen. Dort starb sie 92-jährig am 31. Januar 2011.

Viel Zeit zum Schreiben blieb im „Kloster am Rande der Stadt" nicht zwischen Gebet, Arbeit und Bibellesung. Dass sie gerade dies als tänzerischen Rhythmus für ein erfülltes Leben auffasste, machte nicht nur die Nonne, sondern auch die Schriftstellerin Silja Walter aus. „Vor Jahren fiel mir ein, diesen Dreier-Tagestakt zu malen", schreibt sie in ihrem Essay „Der Tag ist das Leben", „Gebet rot, Arbeit blau, Lesung gelb". Wer Silja Walters frühe expressive Gedichte kennt, die voll wilder Sehnsucht nach dem Unbekannten streben, wird bei „Gebet rot" aufhorchen.

Da war eine Mystikerin am Werk, die nie auf Erotik in der Sprache verzichten musste. In ihren Gedichten, Prosatexten und Stücken – sie nannte sie „Spiele" – suchte Silja Walter immer neu nach einer Sprache für das, was sie in ihrer Welt erlebte. Vom dogmatischen Katholizismus war sie Lichtjahre entfernt. In einer Zeit, in der eine Nonne in erster Linie als exotisches Wesen gilt, wollte sie stets ein Stück von ihrer Sicht auf Gott und die Welt weitergeben. Weil sie diese Haltung zu schätzen wussten und sie die eigenständige Klosterfrau bewunderten, lasen auch die diesseitigen Leserinnen und Leser ihre mystisch-religiösen Texte.

Die Auswahl der Gedichte für das Konzert lässt spüren, dass Silja Walter einen starken Bezug zu Musik und Tanz hatte. Das wird in „Die Orgel", „Geistliches Tanzlied" und „Durdreiklang" besonders hörbar. Die Improvisationen versuchen, eine Verbindung zwischen Sprache und Musik zu finden. Beim ersten und letzten Gedicht soll das Motto des Konzerts durch eigenes Mittun erlebt werden: „Es klingt und singt in mir".

Joseph Röösli/André Stocker

 

 

 




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