Pastoralprojekt in der Schlussphase

Neue Akzentsetzungen in der kirchlichen Arbeit:
Anfangs März übergibt Pfarrer Roland Häfliger den Verantwortlichen des Bistums ein umfangreiches Dossier. Während etwas mehr als einem Jahr hat er als Projektleiter, unterstützt von über 30 Personen in den verschiedenen Projektgruppen, die Vorbereitungsarbeiten für unseren künftigen Pastoralraum Baldeggersee vorangetrieben. Dabei bildeten die Vorgaben des Bistums den Ausgangspunkt. Auftraggeber des Projekts ist die Bistumsleitung. Das Bistum Basel will bis in ein paar Jahren alle geplanten Pastoralräume errichtet haben. Sie sind – wie Bischof Felix in seinem jüngsten Hirtenwort betont - Werkzeuge für eine zeitgemässe Kirche, die einer veränderten gesellschaftlichen Situation entsprechen und auch für die Zukunft taugen. In den Pastoralräumen arbeiten mehrere Pfarreien verbindlich und auf Dauer zusammen. Wenn die geforderten Konzepte eingereicht und bewilligt sind, gibt der Bischof grünes Licht für die Errichtung des Pastoralraums. Diese ist bei uns für den 23. August geplant. In einem festlichen Gottesdienst, der in Hochdorf stattfindet, wird Bischof Felix Gmür den Pastoralraum errichten und das Seelsorgepersonal in seine neuen Aufgaben einsetzen.

Schwerpunkte definiert
Pastoralräume werden nicht bloss errichtet, um die kirchliche Organisation auf Ebene Pfarrei neu zu regeln. Pastoralräume dienen dazu, in der heutigen Zeit und Welt den Glauben bewusster ins Spiel zu bringen und auf gesellschaftliche Veränderungen aus dem Glauben heraus zu antworten. Deshalb wurde am Anfang des Projekts die jetzige Situation analysiert und nach Schlüssen gefragt: In welchem Umfeld bewegen wir uns als Kirche? Was beschäftigt die Menschen? Welches sind die Stärken und Schwächen unserer kirchlichen Arbeit? Was sind die Aufgaben der Kirche heute und in Zukunft? Wo gilt es anzusetzen, um den Glauben und das Herausfordernde des Christseins mutig ins Spiel zu bringen?
Im Seelsorgekonzept unseres künftigen Pastoralraums sind sechs Schwerpunkte gesetzt, an deren Umsetzung in den nächsten Jahren bewusst und konsequent gearbeitet wird. Erstens wird den diakonischen Aufgaben mehr Gewicht gegeben. Die Förderung und strukturelle Verankerung der Diakonie in der Arbeit der Pastoralräume ist dem Bistum ein grosses Anliegen. Die Kirche ist für die Menschen da, besonders für die Benachteiligten. Sie muss aus sich herausgehen und sich an die Ränder hin bewegen, wie Papst Franziskus betont.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Glaubensbildung Erwachsener. In keinem Lebensbereich hat man für immer ausgelernt, auch in Fragen des Glaubens nicht. Projekte, die der Vertiefung des Glaubenswissens sowie der Anleitung zu einem Leben aus dem Glauben dienen, werden gefördert.

Jüngere und ältere Menschen im Blick
Die Sakramente, die ins Christsein einführen, sollen bewusst vollzogen werden und eine Hilfe sein, dem Gottesgeheimnis auf die Spur zu kommen. In unserem Pastoralraum wird dabei beim Firmsakrament angesetzt. Die Firmung für ca. 17jährige, die für Hochdorf geplant ist, bildet einen Raum, wo wir als Kirche junge Menschen neu einbeziehen können. Sie schafft einen Rahmen, wo wir mit ihnen über Lebens- und Glaubensfragen im Gespräch sind. Ziel wird auch sein, die Frage nach einem einheitlichen Firmalter im Pastoralraum zu klären. Diesem Entscheid wird aber eine breite Vernehmlassung vorausgehen.
Gemeinschaft in den Pfarreien, im Pastoralraum und unter Menschen zu fördern, wird ebenfalls gewichtet. Dabei steht die Begleitung unserer Gruppen und Vereine, der freiwillig Tätigen und die Förderung überpfarreilicher Begegnung im Vordergrund.
Die Menschen werden immer älter. Gerade bei uns wird die Gruppe des dritten und vierten Lebensalters in den nächsten Jahren überproportional zunehmen. Im Alter werden die tieferen Fragen nach den „letzten Dingen“ eindringlicher. In unserem Pastoralraum wird darum die Altersseelsorge ausgebaut und es werden Wege gesucht, die Seelsorge in den Alters- und Pflegeheimen den heutigen Bedürfnissen anzupassen.
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bildet den sechsten Schwerpunkt. In einer medial immer stärker vernetzten Welt soll sich auch die Kirche mit ihrer Botschaft bewusst positionieren. Darum ist gleich ein gemeinsamer Auftritt geplant: Ab Sommer soll nur noch ein Pfarreiblatt für alle vier Pfarreien des Pastoralraums erscheinen.

Zusammenarbeit über die Pfarreigrenzen
Neben den gesetzten Schwerpunkten gilt es den kirchlichen Grundauftrag zu sichern und zu leben. So sollen Gottesdienste gefeiert, Religionsunterricht erteilt, Sakramente gespendet und Beerdigungen gestaltet werden. Und noch vieles mehr. Diese seelsorgerlichen Aufgaben werden künftig vermehrt auf Ebene Pastoralraum organisiert. Schon in den letzten zwei Jahren waren einzelne Seelsorgende in mehr als einer Pfarrei tätig. Künftig erhalten alle Seelsorgenden ihre Missio (kirchliche Sendung) nicht mehr für eine oder zwei Pfarreien, sondern den ganzen Pastoralraum. Demnach werden sie auch im ganzen Raum tätig sein. Bestimmte Seelsorgeaufgaben, die Besuche bei Spitalpatienten aus unseren Pfarreien, die Jugendpastoral, die Leitungsaufgaben und ein Teil der Administration werden auf Ebene Pastoralraum angesiedelt.
Momentan wird auch eine Anpassung der Gottesdienstzeiten geprüft. Die Gottesdienste an Wochenenden sollen so gesetzt sein, dass einzelne Feiern künftig personell miteinander verbunden werden können. Zurzeit finden die meisten Gottesdienste parallel zur gleichen Zeit statt, was sehr personalintensiv ist und auf Dauer nicht mehr funktionieren wird.

Neue Teams
Der Pastoralraum wird vom Pastoralraumpfarrer, der zugleich Pfarrer der vier Pfarreien sein wird, geleitet. Für diese Aufgabe ist Roland Häfliger vorgesehen. Ihm stehen Teams zur Seite: das Pastoralraumteam im strategischen Bereich sowie das Seelsorgeteam in operativen Fragen. Einzelne Teilaufgaben der Leitung können delegiert werden. So werden für verschiedene Fachbereiche (z.B. Religionsunterricht) Verantwortliche definiert. Die Verbindung zu den kleineren Pfarreien werden Bezugspersonen wahrnehmen. Es wird nur noch ein gemeinsames Seelsorgeteam für den ganzen Pastoralraum geben. Ziel ist es, die Führungsstruktur zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.
Die Pfarreiräte und eventuell ein Beratungsgremium auf Pastoralraumebene wird die Pastoralraumleitung beratend unterstützen.

Kirchgemeinden gefordert
Seit Beginn der Projektphase ist eine Arbeitsgruppe „Zusammenarbeit der Kirchgemeinden“ an der Arbeit. Die neue pastorale Struktur erfordert auch von den Kirchgemeinden eine intensivere Zusammenarbeit. Die Arbeitsgruppe bereitet eine Lösung vor, wie die Kirchgemeinden die Seelsorge im Pastoralraum von ihren Zuständigkeiten her (Finanzen, Infrastruktur, Personalanstellungen) am besten ermöglichen können. Über den Zusammenarbeitsvertrag wird Mitte Mai an ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlungen in allen vier Kirchgemeinden abgestimmt. Die Kirchgemeindeversammlung in Hochdorf findet am Montag, 12. Mai, 20 Uhr, statt.

 

 

 



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