Urkunden, Federkiel, Tinte und Siegel

Das Ziel des Ausflugs vom 6. Juni war schnell und bequem mit Zug und Bus erreicht, handelte es sich doch um Schwyz mit seinem Bundesbriefmuseum.

Zuerst wurden die Teilnehmenden kurz durch das Museum geführt. Dieses birgt den sogenannten Bundesbrief. Dieser handgeschriebene, in Latein verfasste Text, galt lange als Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft, was sich durch die neue Geschichtsschreibung als Mythos herausstellte. Das Dokument aus dem Jahr 1291 ist ein Schutzbündnis zwischen den drei Ständen Uri, Schwyz und Nidwalden. Es diente in erster Linie der Wahrung des inneren Friedens, verpflichtete zur Abwehr äusserer Feinde und sicherte nicht zuletzt die Machtstellung der führenden Häupter der drei genannten Stände. Ursprünglich war der Brief in dreifacher Ausgabe vorhanden, versehen mit den drei Siegeln. Die Schwyzer scheinen besonders vorsichtige Verwalter gewesen zu sein. Ihre Urkunde ist als einzige dank dem feuersicheren Archivturm erhalten geblieben.

Urkunden – wie sie entstanden, von wem und wie sie geschrieben wurden, die Tinten- und Papierherstellung – das waren denn auch die Schwerpunkte des Nachmittags. Im Workshop, in eben jenem mittelalterlichen Archivturm, wurde den Interessierten das Erstellen einer Urkunde mit Federkiel, Tinte und authentischem Martinssiegel näher gebracht. Schreibpult, Tintenfass in der Gestalt eines Kuhhornes, Federkiel und Pergamentpapier waren bereits vorbereitet. Jetzt ging‘s ans Üben und später ans Übertragen ins Original! Mit Fleiss und Geschick wurde das mehr oder weniger hoch gesteckte Ziel, ein Bibeltext, Sinnspruch oder Psalm-Vers zu schreiben, erreicht. Als Höhepunkt erhielt jedes Schreiben ein rotes Wachssiegel mit dem Martinsmotiv. Der Stempel ist eine Kopie des alten Martinsstempels der Pfarrkirche Schwyz.

Voll Stolz über das gelungene Werk mit dem nicht minder wertvollen Siegel ging es heimwärts. Schwyz, ein wunderschönes Städtchen mit dem bemalten Rathaus und den vornehmen Patrizierhäusern, hätte noch zum Verweilen eingeladen. Ja – wenn da nicht schon das Postauto und die verschiedenen Pflichten gewartet hätten, die der Vorabend eines kirchlichen Feiertages so mit sich bringen!

Hildegard Halter-Thaler



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