Portrait St.Martin

Römisches Erbe, erste Urkunden
Wenn auch Hochdorf erst um 900 urkundlich erwähnt ist, wissen wir, dass schon 2000 vor Christi Geburt Steinzeitmenschen am Baldeggersee hausten. Funde aus der Römerzeit zeugen von der damaligen Besiedlung unseres Tales. In dieser Zeit dürften auch die ersten Christen hier gelebt haben. Die Alemannen übernahmen nach 298 die Römersiedlungen und breiteten sich im Seetal aus. Grabungen anlässlich des Umbaus der heutigen Martinskirche brachten 1939/40 im Kirchenschiff verschiedene Mauerzüge früherer Bauten zum Vorschein. 

Renward Cysat, gelehrter Stadtschreiber von Luzern, erstellte 1572 eine Abschrift des Jahrzeitenbuchs von 1440. Dieses Buch befindet sich heute im Hochdorfer Pfarrarchiv. In diesem Dokument wird berichtet, dass Papst Benedikt V. mit 11 Kardinälen und Bischöfen der Kirche Hochdorf Ablässe zugesprochen habe.

Aus dem Mittelalter, mit den Eidgenossen
In der Karolingerzeit war das Seetal Königsland. Die Seetaler Güter erhielt das Fraumünster von König Ludwig dem Deutschen (gest. 876). Nach dem Zerfall der Herrschaft der Karolinger 976 erhielten die Grafen von Lenzburg die Reichsvogtei über das Fraumünsterkloster und statteten 1036 mit den Seetaler Besitzungen ihr Hauskloster Beromünster grosszügig aus. Weil Graf Ulrich I. von Lenzburg alle seine Söhne verloren hatte, starb das Geschlecht der Lenzburger aus. Die Reichsvogtei Zürich ging 1173 an die Zähringer. 

Das 14. Jahrhundert war eine schlimme Zeit. Der Hundertjährige Krieg (1339 – 1453) verwickelte auch die Eidgenossen in seine Wirren. Die Kirchen von Beromünster, Neudorf, Nunwil (?) und Hochdorf wurden während des sogenannten österreichischen Zürichkrieges von den Luzernern verbrannt.

Seit 1387 regierten die Landvögte von Rothenburg über Hochdorf, 1395 erwarb die Stadt Luzern das Pfand Hochdorf und Urswil. 

Die neue Kirche
1707 wütete der rote Hahn in Hochdorf. Er zerstörte das ganze Oberdorf. Der Feuerbrunnen erinnert an diesen Brand. Dezember 1748 traten in Hochdorf 21 Männer mit Pfarrer Dangel zusammen. Sie berieten über Vergrösserung oder Neubau der Kirche und einigten sich darauf, eine neue Martinskirche zubauen. Am 14. Mai 1757 wurde der Bauvertrag mit Meister Jakob Singer aus Tirol abgeschlossen. Schnell schritt der Bau voran. 

Durch Revolutionen in die Neuzeit
Am 14. April 1789 wurde in Paris die Bastille erstürmt. Im gleichen Jahr stürzten Kreuz und Hahn vom Hochdorfer Kirchturm. Am 31. Januar 1798 verkündete der Rat zu Luzern die Abschaffung der aristokratischen Regierungsform. Der Wiener Kongress 1815 brachte der Schweiz die Neutralität, nicht aber Ruhe und Frieden. Schwierigkeiten mit der neuen Bundesverfassung und tiefgreifende konfessionelle Streitigkeiten führten zu den Freischarenzügen und zum Sonderbund. Mit Ratsherr Josef Leu von Ebersol durfte die Pfarrei Hochdorf den Initianten der Luzerner Staatsverfassung stellen. Als mutiger Führer der Katholisch-demokratischen Bewegung kämpfte er für den demokratischen Ausgleich und war mitverantwortlich, dass Luzern 1841 sich auf die neue Verfassung einigen konnte. 1845 wurde Leu von einem politischen Gegner meuchlings ermordet. Der fromme Mann aus dem Volk fand seine letzte Ruhestätte in der Pfarrkirche Hochdorf.

Die industrielle Revolution erfasste auch Hochdorf. Mit der Seetalbahn brauste 1883 die neue Zeit ins Seetal; sie brachte Industrien und fremden Lebensstil nach Hochdorf. Nach 1900 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 3000.

In dieser bewegten Zeit wirkte hier Kaplan Johannes Hüsler. Als Arbeiterseelsorger engagierte er sich durch Gründung von Wohnheimen und einer Wohnbaugenossenschaft für menschenwürdige Unterkünfte. 

Die stark angewachsene Bevölkerung unserer Kirchgemeinde erorderte bald mehr Kirchraum. 1939/40 wurde die Portalfassade um zwei Achsen zum Kirchenplatz hin verschoben. Dies ergab so ein um 600 Sitzplätze grösseres Platzangebot. Am 22. September 1940 wurden die sechs neuen Glocken (Ges-B-des-ges-es-f) eingeweiht und von Schulkindern aufgezogen. 

Die Pfarrkirche steht auf historischem Boden, ihre Grundmauern überdauerten Jahrhunderte, Revolutionen und Reformen. Für Fremde und Einheimische ist unsere Kirche Zeichen von Heimat und Beständigkeit, ein mächtiger Wegweiser zum täglichen Gottesdienst.

(Kurzfassung. Autor: Albert von Wartburg anno 1986)

 

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