Barock und Moderne im Dialog



 

Sonntag, 17. März, 17 Uhr, Pfarrkirche St. Martin Hochdorf

Das vierte Konzert des Zyklus 2018/19 der OrgelPunkte beschreitet in doppelter Hinsicht Neuland. Die Orgel schweigt und überlässt das Feld dem Cembalisten Hansruedi Zeder, der Sopranistin Johanna Ganz und einem Streichquartett. Und erstmals erklingen im Rahmen der OrgelPunkte Hochdorf zwei Uraufführungen.

Die Kulturen südlich und nördlich des Alpenhauptkammes stehen sich kontrastreich gegenüber, scheinbar. Die Konzerte des Venezianers Antonio Vivaldi haben erwiesenermassen Johann Sebastian Bachs Cembalokonzerte im Mitteldeutschland des 18. Jahrhunderts beeinflusst. Stellvertretend für Vivaldis beinahe 500 Konzerte erklingt zu Beginn das dreisätzige Concerto ripieno A-Dur RV 158. Der Begriff Ripieno bedeutet, dass keine Soloinstrumente zum Zuge kommen, die Streicher vielmehr als kompaktes kleines Orchester auftreten.
Stefano Ghisleri aus Brescia hingegen hat erst diesen Winter, im Auftrag der OrgelPunkte Hochdorf, sein Concertino für Solocembalo und vier Streichinstrumente komponiert. Der ver-sierte Komponist ist ebenso Maschinenbau-Ingenieur und Autor von Romanen. Die erste Konzerthälfte findet mit der Uraufführung seines dreisätzigen Werkes ihren virtuosen Abschluss.
Zuvor erklingen die Variationen a-Moll „alla maniera italiana“ BWV 989, ein Frühwerk Johann Sebastian Bachs. Es wurde auf allen Tasteninstrumenten der damaligen Zeit gespielt, nicht zuletzt auf dem Lieblingsinstrument des Komponisten, dem leisen Clavichord. Im grossen Kirchenraum hören wir eine Version auf dem Solocembalo.
Als Grundstimmung für den eigenständigen zweiten Programmteil verzaubert das meditative Soloklavierstück „In a landscape“ des Amerikaners John Cage. Es wurde von Hansruedi Zeder für das Cembalo adaptiert. Der Boden für die stille Schneedecke, den Winterschlaf, wird gelegt.
Ruth Dürrenmatt aus Bern, inspi-riert durch Vivaldis Zyklus „Die vier Jahreszeiten“, lässt uns die Uraufführung ihres „Winters“ für Sologesang und kleines Orchester bewusst am meteorologischen Ende desselben erleben. Die Mezzosopranistin Johanna Ganz führt uns ein in den Kosmos der Künstlerin. Die Künstlerinnenstimme Dürrenmatts kann noch besser verstanden werden, wenn man um ihr umfangreiches Schaffen als Kunstmalerin weiss.
Hell und frohgemut antwortet das abschliessende Cembalokonzert D-Dur BWV 1054 von Johann Sebastian Bach auf das Vivaldikonzert des Anfangs. Bachs Cembalokonzerte entstanden in Leipzig etwa zwischen 1729 und 1740, als Bach das von Tele-mann gegründete Collegium Musicum leitete und Konzerte im „Zimmermannischen Caffee-Hauß“ veranstaltete. Das D-Dur-Konzert ist eine sorgfältige Überarbeitung von Bachs bekanntem E-Dur-Violinkonzert BWV 1042. Der erste Satz ist ungewöhnlich durch seine dichte motivische Arbeit. Der Schlusssatz in Rondoform bringt das Thema fünfmal in der Grundtonart und setzt dazwischen vier zunehmend virtuosere Soloabschnitte, die Bach für das Cembalo entsprechend adaptierte. Der Mittelsatz deutet zu Beginn eine Passacaglia an, verlässt jedoch schnell die strenge Bindung an das vorgestellte Thema und verwendet nur noch das Motiv des Themas im Bass sowie die abschließende Schlusskadenz.

Hansruedi Zeder, André Stocker



Hansruedi Zeder am Cembalo



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